Ein Hundeleben
Ein Hundeleben
Ein (zwei) Hundeleben
Ein (zwei) Hundeleben

Abschnitt 2

Kapitel 1

Ich Zara 2007 - 2008

Ich bin in Polen geboren, am 01.06.2007, Pass vom 17.07.2007.

Mein eingetragener Name ist Zara, so werde ich heute noch gerufen, nicht Sara oder Sahra, sondern Zara. Meine jetzigen Besitzer nennen mich immer noch so, und das gefällt mir.

Von Polen nach Deutschland kam ich durch ein liebes Frauchen, und in ein Haus mit zwei Wirbelwinden, Zwillingsjungen mit 4 Jahren. Ich war noch klein und jung, eben ein Welpe. Die beiden Jungs tobten und spielten mit mir, das war ein Leben, lustig und immer in Aktion. Nachdem ich mich eingelebt hatte, ging mein Leben bei dieser Familie richtig los. Nie konnte ich mich ausruhen, ich war froh, wenn die zwei im Kindergarten waren oder es dunkel wurde und ich in mein Körbchen konnte. Spielen wie ich wollte, konnte ich nicht, die Jungen mit Frauchen in den Kindergarten bringen, dann nach Hause, dabei Pipi und Häufchen machen, Kinder wieder abholen. Als ich etwas älter war, ging ich auch mit Frauchen ab und zu in die Hundeschule, zu Frau Rehbein. Ich war ständig auf Touren und immer so durcheinander, dass ich mich gar nicht richtig auf die Hundeschule konzentrieren konnte. Die Hundelehrerin sagte immer zu meinem Frauchen, Zara müsste dringend ruhiger werden, aber wie? Bei der Rasselbande und dem hektischen Leben. So ging das ungefähr ein Jahr. Ich war eine wilde Hummel, sagte mein Frauchen immer, und war auch manchmal ganz traurig, weil ich so wild war und auch nicht richtig hören wollte. Dazu die Zwillinge, die auch keine Ruhe gaben, wenn sie zu Hause waren. Einmal hörte ich, wie Frauchen sagte, dass sie es nicht mehr schaffen würde, die Kinder und mich, denn Herrchen war den ganzen Tag weg und konnte sich gar nicht um mich kümmern. So musste sie alles alleine machen.

 

Kurz vor meinem ersten Geburtstag kamen Leute zu uns, die hatten einen Hund dabei, einen hübschen Golden-Retriever-Rüden, seine Besitzer nannten ihn Timo, hatte ich gehört. Der hat mir gleich gefallen, nur wollte er mir zeigen, was für ein Draufgänger und toller Rüde er ist und wollte mir in meinem Garten zeigen, was er kann. Aber ohne mich, ich hab ihm mal gegeben und ihm mal richtig meinen Garten gezeigt. Das hat ihm wohl gefallen, denn wir sind durch den Garten getobt und haben toll gespielt. Dann mussten wir zusammen in den Kofferraum in das Auto von Timo, wahrscheinlich, um zu testen, ob wir zusammen in den Kofferraum passen würden, warum, wusste ich da noch nicht, es hat mich aber gewundert..

Dann sind sie wieder gegangen und weg gefahren.

Ein paar Tage später fuhren wir mit dem Auto weg, alle waren dabei, aber wohin?

Ha, auf einmal kamen wir an ein Haus, dort gingen wir in einen Garten, ich merkte am Geruch, es war der Garten von Timo, dem Draufgänger, der uns vor einigen Tagen besucht hatte. Und da kam er auch schon, zusammen mit seinen Besitzern. Der Garten gefiel mir auch gleich, da war auch ein Teich, wunderschön. Timo wollte mir jetzt seinen Garten zeigen, brauchte er aber nicht, hab ich selbst gemacht. Mal um alle Ecken, es gab ja genug davon und zwischendurch rein in den Teich, durch die Seerosen, um den Teich rum und wieder in alle Ecken. da hat er mal gestaunt. Das hat den Leuten aber nicht gefallen, war mir aber egal. Ich musste ja nicht da wohnen, und der Rüde war mir sowieso egal. Nach einiger Zeit mussten wir wieder gehen und ich konnte wieder in meinen Garten, der mir eigentlich besser gefiel, nur hatte er leider keinen so großen Teich, in den man springen konnte, wir hatten nur einen kleinen mit einem Springbrunnen, da konnte man aber nicht rein springen.

Nach ein paar Tagen fuhren wir wieder mit dem Auto weg und kamen wieder an das Haus und den Garten, wo Timo wohnte, das merkte ich schnell, denn wir Hunde haben einen guten Orientierungssinn, wo wir mal waren, erkennen wir schnell wieder, auch am Geruch der Gegend und der Umgebung. Ich wusste da noch nicht, was mit mir passieren sollte.

Wir gingen wieder in den Garten, ich lief mit Timo ein paar Runden. Nach einiger Zeit gingen mein Frauchen und Herrchen weg und ließen mich zurück. Ich war sehr verwundert, denn das hatten sie noch nie gemacht.

Sie kamen aber nicht wieder. Den ganzen Tag nicht und auch nicht Abends. In der neuen Wohnung lag mein Schlafkörbchen und dort standen auch mein Futter- und Wassernapf. Abends ging ich zusammen mit Timo nach draußen zu einem Spaziergang. Timo war mit dabei. Ich merkte schnell, dass er sich sehr gut auskannte. Offensichtlich war das sein Revier, er markierte fast an jeder Ecke. Ich war noch etwas unsicher. Die Gegend war schöner als meine alte, dort gab es fast nur Felder, hier gab es Wiesen, Büsche und Bäume. Auf der Wiese konnten wir herumlaufen, Timo frei, aber ich noch an einer langen Leine. In der Nacht habe ich mit Timo zusammen in der Wohnung geschlafen, jeder in seinem Körbchen. Ich war doch ein bisschen traurig und hatte etwas Heimweh nach meinem alten Zu Hause. Am Morgen gingen wir wieder eine Runde spazieren, wieder in die schöne Gegend. Wir brauchten gar nicht weit zu laufen, über eine Straße und einen kurzen Weg, dann waren wir schon auf einer Wiese. Etwas weiter waren da Wassergräben und ein großer Teich, am Schloss Burgau. 

Da durfte ich nicht rein, aber alles hat mir gut gefallen.

Danach bekam ich auch mein Futter. Mittags und Abends waren wir wieder unterwegs. So ging das ein paar Tage, dann merkte ich so langsam:  ich hatte ein anderes Zu Hause.

Jetzt war plötzlich alles anders, da waren ein anderen Garten, mit Teich, und ein Rüde als Partner mit dem ich zurecht kommen sollte.

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So sind die Jahre rum gegangen, erst mit Timo, meinem Herrchen und ersten Frauchen. Dann mit Herrchen alleine, später mit dem neuen Frauchen und dann zusammen mit Suzzi.
Vieles könnte ich noch erzählen, was ich erlebt habe. Aber ich möchte hier Schluss machen. Ich bin jetzt alt, mir tun die Knochen weh, viel spielen möchte ich nicht mehr. Nur noch ein bisschen Gassi gehen.
Vielleicht kommt bald meine letzte Stunde, ich weiß es nicht, aber ich habe bis heute ein wunderschönes Leben gehabt.

Tschüss miteinander. Anfang Juni 2019, Eure Zara

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© Helmut Kautzner